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Umweltamt

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Kulturlandschaft Gräben

Infolge von Nutzungs- und Bewirtschaftungsänderungen vollzieht sich ein Funktionswechsel von Gräben, die einprägsam eine eigene Kulturlandschaft charakterisieren. Heute nehmen Gräben infolge Umgestaltung und Pflege eine wichtige ökologische Stellung ein und haben als Trittsteine für Tiere oder Pflanzen eine große Bedeutung. Zentrale Aspekte stellen die Funktionen als Lebens-, Rückzugs-, Wander- und Laichraum dar.

Der Lebensraum Graben weist eine äußerst hohe Artenvielfalt auf. So stehen für zahlreiche Tiere Grabensysteme als Rückzugsräume zur Verfügung. Die Ufervegetation und –gehölze sind wichtige Lebensräume für Vögel. Dies gilt auch in einem besonderen Maße für Gräben, die heutzutage aus der Nutzung genommen sind und zunehmend trocken fallen. Exemplarisch ist diese Situation in Griesheim vorzufinden. Diese Lebensräume können als artenreiche und wertvolle Biotope weiterentwickelt werden.

Im Bereich Griesheims findet sich eine Kombination unterschiedlichster Grabentypen. In Gräben, die nicht mehr genutzt werden, entwickeln sich in bestimmten Abschnitten Gehölze. Diese bedürfen der Pflege und Unterhaltung, um bereits vorhandene Lebensgemeinschaften nachhaltig zu sichern. Andere Grabenteilsysteme sind weitgehend gehölzfrei und können durch kostengünstige Maßnahmen zu wertvollen Lebensräumen entwickelt werden. Darüber hinaus erfolgt insbesondere in einem Teilbereich auch eine Nutzung als Vorfluter (Regenentlastung). Ziel ist die Entwicklung und nachhaltige Sicherung wertvoller Biotope. Entsprechend der Vielgestaltigkeit der Gräben sind die Ziele der Planung für die einzelnen Teilsysteme sehr unterschiedlich.

Entstanden ist ein "Unterhaltungs- und Pflegeplan Grabensystem Griesheim", dass durch die "Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz" (HGON) erstellt wurde. Neben einer umfassenden EDV-Aufnahme der von 31 Kilometer Gesamtlänge hat die Studie eine gesamtökologische Einstufung vorgenommen. Damit ergeben sich für das Umweltamt künftige Handlungsempfehlungen. Turnusmäßig sind Gehölzpflege und -schnitt sowie Mahd vorgesehen. Dabei hat jeder Bereich seine eigenen Anforderungen. Roman Hugo von der HGON hat den Endbericht im Umweltausschuss vorgestellt. Bürgermeister Norbert Leber dankte dem Gutachter für seine geleistete Arbeit. "Eine solche Dokumentation ist sicherlich eher selten. Wir wollen damit aber unseren Beitrag zur ökologischen Gestaltung ebenso wie zur Verbesserung der Gewässergüte nachhaltig leisten".

An den Gesamtkosten von rund 50.000 Euro hat sich auch das Land Hessen über eine Zuwendung aus Mitteln der Ausgleichsabgabe beteiligt.

Einzelne Maßnahmen sind bereits durch das Umweltamt gemeinsam mit dem Bauhof umgesetzt worden, verschiedene andere großräumige Projekte sind noch mit anderen Akteuren im Detail abzustimmen. "Wichtig für unsere Arbeit ist, dass eine fundierte und sehr anspruchsvolle Studie die Grundsätze und Ziele zur Pflege sowie Entwicklung der Gräben vorgibt", bekräftigt Leber abschließend.

Weitere Informationen erhalten Sie in einer Kurzzusammenfassung, die Sie hier herunterladen können.

kurzfassung_graebenkonzept.pdf (pdf 1,78 MB)

Zuständigkeit

Umweltamt Stadt Griesheim
zum Umweltamt

Büro GISLINE, Roman Hugo (Gutachter)
www.gisline.de

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