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Viel Lärm um nichts – Griesheimer Interessen finden beim Land kein Gehör – Lärm bleibt Dauerthema

Wie das Regierungspräsidium mitteilt, ist die Aufstellung des „Lärmaktionsplanes“ für den Regierungsbezirk Darmstadt, Teilplan Straßenverkehr, abgeschlossen. Der zwischenzeitlich in Kraft getretene Plan kann bis zum 21. Dezember bei der Behörde direkt oder auf der Homepage (www.rp-darmstadt.hessen.de) unter der Rubrik „Öffentliche Bekanntmachungen“ eingesehen werden. Damit können sich alle über das Ergebnis informieren.

Die Antwort im städtischen Umweltamt hierzu: „Viel Lärm um nichts, unsere Interessen wurden nicht berücksichtigt“, so der Leiter Hans-Peter Hörr. An der Problematik hat sich nichts geändert, die Autobahnen 5 und 67 sind eine dominierende Lärmquelle für den östlichen Ortseingang Griesheims. Dieser Straßenverkehr belastet schon seit vielen Jahren die Anwohner, insoweit belegt eine Lärmkartierung Fakten, die schon ewig bekannt sind, aber bis heute zu keiner Änderung geführt haben. „Und auch weiterhin wird es keine Lösung geben. Während mal wieder in Sonntagsreden als mögliche Maßnahmen Geschwindigkeitsreduzierungen genannt werden, wurde dies ja bekanntlich vom Land Hessen wieder aufgehoben“, sagt der Griesheimer Bürgermeister Norbert Leber. Die Beschwerden aus der Bevölkerung sind bekannt, es nützt nichts auf gesetzliche Grundlagen zu verweisen.

Die Kartierungen basieren auf alten Zählungen und sind ein Rechenmodell, meint die Stadtverwaltung. Und tatsächlich finden sich im Aktionsplan auch Hinweise, dass in 2012 aufgrund neuer Verkehrszählungen in einer zweiten Stufe die Lärmkarten angepasst werden sollen und es methodische Ungenauigkeiten für Kommunen gibt. Weiterhin wird auf die erhebliche Lärmbelastung Griesheims geantwortet: „…Die angegebenen Zahlen erheben nicht den Anspruch, die örtliche Betroffenheit exakt wiederzugeben, sondern diesem dem Zweck, verschiedene Lärmsituationen bewerten, miteinander vergleichen und strategische Aussagen zum Lärmschutz zu treffen…“.

Auch sehen wir durch die zwischenzeitliche generelle Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung die Berechnungen als überholt. „Im Bundesverkehrswegeplan ist durch aktuelle Zahlen belegt, dass der Güterverkehr zugenommen hat und auch noch zunehmen wird“, ergänzt Hörr. Dies wurde der Stadt Griesheim ja kürzlich auch vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen bei der Vorstellung des geplanten Autobahnausbaus bestätigt.

Griesheim sieht sich als „weißen Fleck“ im Aktionsplan. „Eine Aktion null ändert nichts an der gesundheitlichen Belastung für unsere Bürger. Wir verlangen konkrete Handlungsempfehlungen“, fordert der Bürgermeister und wird deutlich: „Ohne ein Lärmschutzkonzept für Griesheim im Planfeststellungsverfahren zum Schutz der Bürger wird es für die Projekte ICE und Autobahnausbau schwer werden – da kommt so leicht niemand an uns vorbei“.

Link direkt zum "Lärmaktionsplan Land Hessen": www.laermaktionsplan.hessen.de