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Aufgrund des Vorschlages vom zuständigen Forstamt Darmstadt wird Griesheim als Waldbesitzer auf einen Pflanzenschutzmitteleinsatz gegen den Maikäfer ebenfalls verzichten. Dieses Votum traf der Umweltausschuss ist seiner gestrigen Sitzung. Die Stadt Griesheim hatte schriftlich bei Umweltministerin Silke Lautenschläger wie berichtet im letzten Jahr nachgefragt, ob sich das Land Hessen an einer geplanten Maikäferbekämpfung mit einem Insektizid beteiligen würde. Kurz vor Weihnachten kam die schriftliche Absage.
Hintergrund war, dass im gesamten Hessischen Ried die Waldmaikäferpopulation unter einer für die Waldvegetation kritischen Dichte abgesenkt werden sollte. Hierzu hatten Forstfachleute in einer Projektgruppe entsprechende Maßnahmenvorschläge unterbreitet. „Die Zielsetzung einer flächigen Absenkung ist durch die Eigentümerentscheidung des Landes Hessen heute nicht mehr möglich“, informierte der Darmstädter Forstamtsleiter Hartmut Müller. Die Probegrabungen in Griesheim ergaben im Mittelwert eine Engerlingsdichte von 11 (normale wäre 1-3). Die naturschutzfachliche Begleituntersuchung stellte für den Stadtwald nahezu keinen Ausschlussgrund für eine mögliche Bekämpfung auf gut 62 Prozent des Griesheimer Stadtwaldes (86 Hektar) dar. Grundsätzlich können die Waldeigentümer auch selbständig Maßnahmen mit Gifteinsatz einplanen. „Aufgrund der geringen Größe des Stadtwaldes, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Staatswaldes liegt, kann durch eine Bekämpfung dauerhaft die Engerlingsdichte nicht abgesenkt werden“, so Müller. Es wäre ein dauerhafter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erforderlich, mit nahezu keinen Erfolgschancen. Aus diesem Grund wurde seitens des Forstamtes vorgeschlagen, unter diesen Rahmenbedingungen auf einen Einsatz zu verzichten.
„Die Fakten liegen nun vor und es war für uns klar, keine Insellösung vorzusehen. Wir brauchen unseren Wald zur Erholung und zum Leben“, wird der Bürgermeister in einer Pressemitteilung des Umweltamtes zitiert, „und wir werden deshalb für die Erhaltung der Stadtwaldes mit allen vertretbaren Mitteln kämpfen.“ Dies soll durch Minimierung der beeinflussbaren Stressfaktoren passieren. Entsprechend den eigenen Vorgaben soll der Stadtwald nachhaltig bewirtschaftet werden. Zielgerichtete, aber forstliche Eingriffe in die Auslesephase sind ebenso vorgesehen wie der Erhalt des Bestandes. Die Reduktion der Rehwild- und Kaninchendichte ist wie mögliche Versuche des Schutzes der Kulturen großflächig mit „Pilzgerste“ auch geplant. Weiterhin soll die Engerlingsentwicklung beobachtet werden.
„Den Wald einfach liegen lassen, um sich selbst zu überlassen, sind nicht Ziele eines modernen und nachhaltigen Naturschutzes“, erläuterte Müller abschließend. Deshalb seien dosierte forstliche Eingriffe nötig.
Der Griesheimer Stadtwald wird eher als „Stadtpark“ bezeichnet, da dieser von vielen Personen zur Naherholung oder zum Sport genutzt wird. „Wir haben trotz der kompakten Lage ein gutes Wegenetz. Zudem ist unser Ziel der Waldbewirtschaftung die Stabilisierung und vielfältige Funktion zu sichern“, sagt Hans-Peter Hörr vom Umweltamt der Stadt Griesheim.
Die kühle frostige Temperatur wird dem Maikäfer kaum schaden. Er hat sich als fertiger Käfer bereits im Boden entpuppt und wartet auf seinen „Abflug“ ab Ende April.
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