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Wie bereits berichtet, hat Griesheim dem "Traubenkraut", einer eher unscheinbaren Pflanze, die es aber in sich hat, den Kampf angesagt. Denn Pollen der "Ambrosia artemisiifolia" (wissenschaftlicher Name) können heftige Allergien auslösen. Die Blühzeit geht bis in den Oktober hinein. In der Schweiz wird die Pflanze daher massiv bekämpft. Nachdem im Umweltamt Erkenntnisse über das Vorkommen bekannt wurden, sind Maßnahmen ergriffen worden. Informationen an die Anwohner, örtliche Ärzte und die Bevölkerung, Mähaktionen durch den Bauhof und eine wissenschaftliche Begleitung. "Gleichzeitig haben wir uns an das zuständige Umweltministerium gewandt. Griesheim war die erste Stadt Hessens, die von diesem Vorkommen betroffen war", so Bürgermeister Norbert Leber.
Neben dem Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde auch das Gesundheitsamt und Nachbarstädte über das Traubenkraut informiert. "Gemeinsam wollen wir nach Lösungen suchen, um ein gezieltes und effizientes Vorgehen zu entwickeln, solange das Problem noch einigermaßen begrenzt und damit überschaubar ist", ergänzt Hans-Peter Hörr vom Umweltamt.
Im Griesheimer Neubaugebiet "Süd" (zwischen Oberndorferstraße, Odenwaldstraße und Südring) breitet sich derzeit das Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia ) invasionsartig aus. Die Pollen des spätblühenden Traubenkrautes (August – September) können sehr starke allergische Reaktionen bis hin zu Asthmaanfällen verursachen. Bei entsprechenden Symptomen im genannten Zeitraum sollte der behandelnde Arzt auf diese Pflanze hingewiesen werden.
Die Pflanze wächst vorzugsweise auf gestörten offenen Böden, z.B an Straßenrändern, in Neubaugebieten oder auf Schutthalden.
Zur Information:
Das Traubenkraut erreicht eine Größe von 30 bis 150 Zentimetern. Die Jungpflanzen erinnern an junge Tomatenstauden. Die Stängel sind stark behaart, die Blätter sind hellgrün und tief geschlitzt. Die grünlich-gelben Blütenköpfe, sie in Trauben an den Triebenden sitzen, sind stecknadelkopfgroß und kugelig. Die Blüten treten erst ab Ende Juli, Anfang August auf.
Die Pflanze hat ein tief geschlitztes hellgrünes Blatt und stecknadelkopfgroße, kugelige unscheinbare, grünlich-gelbe Blütenköpfe, die in Trauben an den Triebenden sitzen. Die Jungpflanzen erinnern an junge Tomatenpflanzen Die Pflanzen sollten nach Möglichkeit herausgerissen oder zumindest abgemäht werden, um eine weitere Verbreitung und den Pollenflug zu unterbinden. Sollten die Pflanzen bereits blühen sind Schutzhandschuhe und eine Schutzmaske ausdrücklich zu empfehlen. Die Pflanzen sollten nicht über den Kompost sondern über den Restmüll entsorgt werden.
Informationen bekommen Sie unter:
im Internet unter:
www.ambrosiainfo.de
www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/25798/index.php
www.ladadi.de/Neophyten.2116.0.htmlUmweltamt Stadt Griesheim für Griesheim
Tel.: 0 61 55 / 701-242 (allgemeine Auskünfte)Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg
Tel.: 0 61 51 / 8 81 22 19 (fachliche Auskünfte)Faltblatt Land Hessen zum Download:
www.hmulv.hessen.de - FaltblattGesundheitsamt Tel.: 0 61 51 / 3 30 90 (Gesundheitliche Auskünfte)
Informationsblätter zum Traubenkraut in Griesheim

(Pressemitteilung Landkreis Darmstadt-Dieburg, Sommer 2006)
Darmstadt-Dieburg - Ein aufmerksamer Bürger hat bei der Stadt Griesheim notgedrungener weise Betriebsamkeit der speziellen Art ausgelöst. Er präsentierte dem städtischen Umweltamt im vergangenen Jahr ein Exemplar des Traubenkrauts, einer eher unscheinbaren Pflanze, die es aber in sich hat. Denn Pollen der Ambrosia artemisiifolia, so der wissenschaftliche Name, können heftige Allergien bis hin zu Asthmaanfällen auslösen. Betroffen davon sind in erster Linie Allergiker, es können jedoch auch neue Allergien entstehen. Das heimtückische am Traubenkraut ist, dass es erst im August oder September blüht, zu einer Zeit also, in der Allergiker nicht mehr an Pollenflug denken. Die Stadt Griesheim hat schnell reagiert und nahm fachlichen Kontakt zur Universität Frankfurt auf. Die Experten kamen leider zu folgendem Ergebnis: Griesheim hat im bundesweiten Vergleich recht starke Vorkommen des Traubenkrauts. Da zu befürchten ist, dass das Traubenkraut in weiteren Ecken des Landkreises auftaucht – in Weiterstadt im Rotböhl wurden ebenfalls schon Pflanzen entdeckt -, hat sich Landrat Alfred Jakoubek im Rahmen seiner Kreisbereisung bei Bürgermeister Norbert Leber über den aktuellen Stand informiert.
Große Bestände des bisher in Deutschland fast unbekannten Traubenkrauts sind in Griesheim vor allem im Neubaugebiet im Süden der Stadt aufgetaucht. Trotz intensiver, mehrmaliger Mahd im vergangenen Jahr sind auch in diesem Jahr Sprösslinge gewachsen, vor allem im Industriegebiet Nord, im Neubaugebiet Nord und auf einer Erddeponie im Osten der Stadt. Ein Exemplar, inzwischen fachmännisch entfernt, wuchs sogar im neu angelegten Blumenbeet vor dem Griesheimer Rathaus. Diese Einzelpflanze hat sich offensichtlich verirrt, denn das Traubenkraut bevorzugt normalerweise brach liegende Flächen wie eben Neubaugebiete, Straßen- und Wegränder, Ackerränder, wächst aber auch zwischen Schotter- und Pflastersteinen. Die Verbreitung geschieht hauptsächlich durch Verlagerung von Erdaushub, Samen können aber auch durch Hunde oder Spaziergänger weiter transportiert werden. Das Traubenkraut ist ein wahrer Überlebenskünstler, denn der Samen bleibt bis zu 40 Jahren im Boden keimfähig. Eine durchschnittlich große Pflanze bildet bis zu 4000 Samen. Um den Pollenflug zu verhindern, sollte die Pflanze vor der Blüte abgeschnitten oder ausgerissen werden (nur mit Handschuhen oder, wenn sie bereits blüht, mit Nasenschutz). Empfohlen wird eine Entsorgung über den Restmüll. Die grüne Tonne sollte vom Traubenkraut verschont bleiben, um eine mögliche Ausbreitung in den Kompostierungsanlagen zu unterbinden.

Vor dem Hintergrund des großen Ausbreitungspotenzials der Pflanze über Griesheim hinaus waren sich Landrat Jakoubek und Bürgermeister Leber einig, dass unverzüglich präventive Maßnahmen umzusetzen sind. Die Stadt Griesheim hat inzwischen alle Eigentümer und Bewohner im südlichen Neubaugebiet informiert, lässt die jeweiligen Standorte nochmals mähen und beginnt eine Kartierung über das Vorkommen. Von Landkreisseite sind, so teilte der Landrat mit, die Untere Naturschutzbehörde und das Gesundheitsamt eingebunden. Außerdem hat die Stadt Griesheim wegen der möglichen überregionalen Bedeutung das Umweltministerium in Wiesbaden eingeschaltet. Jakoubek und Leber betonen unisono, dass kein Grund zur Panik besteht, zumal die Pflanze wohl schon seit einiger Zeit in Griesheim "ansässig" geworden ist. Die Bevölkerung solle jedoch für die möglichen Gefahren durch die Pflanze sensibilisiert werden. Erste Rückmeldungen aus der Bevölkerung loben die schnelle und unbürokratische Initiative der Stadt Griesheim.
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