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Nachhaltige Stadtquartiere – Fachvortrag von Stefan Werrer

Wir müssen unser Verhalten ändern

Am vergangenen Dienstagabend, 06. März, war der große Sitzungssaal im Rathaus gut besucht. Circa 60 Interessierte fanden sich ein, um den Vortrag von Professor Werrer aus Stuttgart zu hören.

Ein Thema des 50 minütigen Vortrags war die Zertifizierung nach DGNB – Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e. V.. Hierbei wird auf Nachhaltigkeit in vielen Bereichen geschaut. Mit Hilfe eines Kriterienkatalogs, welcher je nach Nutzungsprofil, unterschiedliche Gewichtung erhält, steht am Ende eine Zertifizierung des Projekts von Platin bis Bronze.

Anhand einiger Beispiele für nachhaltiges Bauen erläuterte Herr Werrer manche der Kriterien und deren gesetzte Schwerpunkte in abgeschlossenen und zertifizierten Projekten bei Hannover, Ostfildern, Amsterdam und Madrid, oder ganz nah in Babenhausen auf der dortigen Konversionsfläche, welche sich gerade noch in Entwicklung befindet. Wichtig sei ebenfalls die Transparenz und die Offenheit von Strukturen und Prozessen für alle Beteiligten sowie eine frühzeitige Einbindung aller Akteure eines solchen Quartiersentwicklungsprozesses.

Man geht davon aus, dass sich das Wohnen immer weiter in die Stadt verlagert. Waren es noch 1970 ca. 30 % der Menschen, so verlagerte sich das Wohnen 2007 bereits auf 50 % in Städte. Daher ist es nicht verwunderlich zu hören, dass man in 2030 einen Anstieg auf ca. 70 % erwartet. Hier müssen die Politik und Kommunen reagieren. Die Quartiere einer Stadt müssen anpassungsfähig und somit lebendig sein. Es bedarf der Zukunftsfähigkeit der Städte und Ressourcenschonung. „Denn wir haben keine 3 Erden. Unser aller Ressourcen sind endlich!“, so von Herrn Werrer als Appell zu hören. „Das Verhalten von Menschen muss verändert und die Verschmutzung und Verschwendung in vielen Bereichen gestoppt werden. Ein jeder kann überdenken, ob er wirklich das Auto nehmen muss, oder ob nicht eine Alternative besteht“, führte er weiter aus.
Dies sorgte auch nach dem Vortrag noch für angeregte Diskussionen zwischen dem Vortragenden und den Zuschauern im Saal. Hierbei ging es unter anderem auch um die Steuerungsmöglichkeiten einer Kommune, wie z. B. eine Stellplatzsatzung der Quartiere oder gar einer gesamten Stadt. Alternative Angebote müssten geschaffen werden und dabei leistungsfähig und ebenfalls nachhaltig sein. Straßenbreiten überdacht und evtl. auch angepasst werden.
Auch die Besorgnis zu Projektentwicklern und „Steriler Bauweise“ wurden aus dem Publikum angebracht. Hier gab Herr Werrer zu bedenken, dass es auch sogenannte „Bestandshalter“ gibt, die anders agieren als die wohl bekannten Investorengruppen. „Hier arbeiten Projektentwickler und Stadtverwaltung gemeinsam über eine lange Zeit zusammen, evtl. sogar in einer Art Gesellschaft.“ so Stefan Werrer. „Es gilt, das richtige Maß für Griesheim zu finden“, stellte er zum Ende der Fragerunde fest.

Kurz nach 20 Uhr schloss Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl die Veranstaltung und bedankte sich bei Professor Werrer für die Einblicke und Ausführungen.