Klimaanpassung

Das Klima in Deutschland wandelt sich. Es wird wärmer, Niederschläge treten konzentrierter und in der Tendenz seltener im Sommer auf. Dies wiederum hat längere Trockenperioden und häufiger auftretende Starkregenereignisse zur Folge. Auch Stürme nehmen in Ihrer Intensität und Häufigkeit zu. Kurz gesagt: Das Wetter wird extremer und unberechenbarer (Deutscher Wetterdienst - DWD).
Griesheim ist dabei durch die Lage im Oberrheingraben besonders stark von Klimaveränderungen betroffen. Zudem heizt sich der sandige Boden, auf dem Griesheim erbaut wurde, stärker auf und speichert Niederschlagswasser vergleichsweise schlecht. Beide Faktoren erschweren wiederum die Schaffung und den Erhalt von Stadtgrün, welches durch seine zahlreichen Vorteile geradezu unabdingbar für die Anpassung an den Klimawandel ist. Denn Stadtgrün spendet Schatten, sorgt für Abkühlung durch die Verdunstung von Wasser (sog. Verdunstungskühlung), nimmt Niederschläge auf und speichert diese für trockenere Zeiten. Stadtgrün braucht aber auch Platz und muss zunehmend aufwendig bewässert und gepflegt werden. Die dichte Bebauung, die für Griesheim typischen engen Straßenschluchten und der hohe Bedarf an Raum für Parkflächen und Leitungen (Gas, Wasser etc.) ober- und unterhalb von Verkehrsflächen kommen bei der Planung von Grünflächen und Baumscheiben somit erschwerend hinzu.

Griesheim bräuchte also dringend mehr Grün, welches jedoch immer weniger Platz findet und ressourcenaufwendiger in der Unterhaltung ist. Ein Teufelskreis, den es durch innovative Konzepte aufzubrechen gilt. Daher ergreift die Stadt Griesheim seit Jahren Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Im Vordergrund stehen dabei die Bewertung des Ausmaßes der zu erwartenden Klimafolgen in Griesheim und die Identifikation von Lösungen im Umgang damit.

Klimaanpassungsmanagement

Neue Klimaanpassungsmanagerin unterstützt die Stadt Griesheim

Seit dem 01.09.2026 ist Annika Seiffert als Klimaanpassungsmanagerin bei der Stadt Griesheim tätig. Mit der neuen Stelle stärkt die Stadt ihre Aktivitäten im Bereich der Klimaanpassung und schafft eine zentrale Anlaufstelle für die Auseinandersetzung mit den Folgen des Klimawandels.

Der Klimawandel stellt auch Kommunen vor neue Herausforderungen. Zunehmende Hitzeperioden, Trockenheit, Starkregenereignisse und weitere klimatische Veränderungen können Auswirkungen auf die Bevölkerung, die Infrastruktur, die Stadtentwicklung und die natürlichen Lebensgrundlagen haben. Ziel des Klimaanpassungsmanagements ist es, die Stadt Griesheim dabei zu unterstützen, sich systematisch auf diese Veränderungen vorzubereiten und geeignete Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels für die Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln.

Das Vorhaben trägt den Titel: DAS-A.2: Umsetzung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts für die Stadt Griesheim 

Eckdaten:

  • Zuwendungsempfängerin: Stadt Griesheim
  • Laufzeit: 01.09.2026 bis 31.08.2029
  • Beteiligte Partner: Stadt Griesheim, Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH im Auftrag des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
  • Förderkennzeichen: 67DAA01422
  • Förderschwerpunkt: Umsetzung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts für die Stadt Griesheim
  • Förderrichtlinie:Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (DAS) Ziel des Vorhabens

Ziel des Vorhabens ist es, die Stadt Griesheim bei der systematischen Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. Hierzu sollen klimawandelbedingte Risiken und Herausforderungen für das Stadtgebiet betrachtet, bestehende Aktivitäten gebündelt und konkrete Maßnahmen zur Klimaanpassung entwickelt und umgesetzt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, Klimaanpassung langfristig in die kommunalen Planungs- und Entscheidungsprozesse zu integrieren und die Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung sowie mit weiteren relevanten Akteurinnen und Akteuren zu stärken.

Gemeinsam für ein klimaangepasstes Griesheim

Mit dem Aufbau des Klimaanpassungsmanagements geht die Stadt Griesheim einen weiteren Schritt, um den Auswirkungen des Klimawandels frühzeitig zu begegnen und die Widerstandsfähigkeit der Stadt zu stärken.
Ziel ist es, konkrete und auf Griesheim zugeschnittenen Klimaanpassungsmaßnahmen kurzfristig umzusetzen und das Thema dauerhaft als selbstverständlichen Bestandteil des kommunalen Handels zu etablieren.

Weitere Informationen zum Thema Klimaanpassung bietet das Bundesumweltministerium sowie die Projektträgerin ZUG:

https://www.bundesumweltministerium.de/themen/klimaanpassung/ueberblick-klimaanpassung

https://www.z-u-g.org/aufgaben/foerderung-von-massnahmen-zur-anpassung-an-die-folgen-des-klimawandels/

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl aktuell zur Klimaanpassung in Griesheim laufende Projekte:

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg hat sowohl für den gesamten Landkreis als auch für die Stadt Griesheim ein Klimaanpassungskonzept erarbeitet. Darin werden neben Maßnahmen zum Schutz vor Starkregen, Stürmen und Dürren auch kurz-, mittel-, und langfristige Maßnahmen zum Hitzeschutz definiert. Dadurch gibt das Konzept den Fahrplan für ein klimaangepasstes Griesheim vor und trägt somit dazu bei, die Bürgerschaft und den Naturraum Griesheims bestmöglich vor den Folgen des Klimawandels zu schützen.

zum Klimaanpassungskonzept der Stadt Griesheim>>

zum Klimaanpassungskonzept des Landkreises Da-Di>>

Hitzeknigge
Auch in Griesheim nimmt die Anzahl heißer Sommertage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius aufgrund des Klimawandels zu. Für die Bürgerinnen und Bürger kann das belastend sein und die gesundheitliche Leistungsfähigkeit einschränken. Für derartige Hitzeereignisse hat das Umweltbundesamt zur Sensibilisierung der Bevölkerung den „Hitzeknigge“ erarbeitet. Die Hilfsbroschüre umfasst allgemeine Hinweise und Tipps zum Umgang bei Hitze und kann um individuelle Angebote von Kommunen ergänzt werden. Das Umweltamt der Stadt Griesheim hat sich dem angenommen und einen „Griesheimer Hitzeknigge“ aufgelegt. Dieser führt zusätzlich lokale Informationen, Besonderheiten sowie Ansprechpartner auf.
Nachfolgend können Sie den Hitzeknigge in digitaler Version herunterladen:


Mineralwasser im Rathaus
Zudem stehen in den Sommermonaten von Juni bis August für Besucherinnen und Besucher wieder Mineralwasser im Rathaus bereit. Bitte denken Sie daran, insbesondere an heißen Tagen regelmäßig Flüssigkeit (Wasser, Tees, Saftschorlen etc.) zu sich zu nehmen. Gerne auch im Rathaus. Wir laden Sie ein.

Kühle Orte auf dem Weg durch Griesheim (Auswahl)
•    Platz Bar-le-Duc
•    Grünes Zimmer an der Georg-Schüler-Anlage
•    Stadtpark am Wolfsweg
•    Stephanskirche – am Stephans-Platz 1 (tagsüber offen)
•    Spielplatz St. Stephans-Platz
•    Freibad (kostenpflichtig)
•    Friedhof Griesheim
•    Griesheimer Stadtwald

 

Weitere Informationen zum Thema Hitzeschutz:

Gesund durch die Sommerhitze - Informationen und Tipps für ältere Menschen.pdf

Gesund trinken im Alter.pdf

 

Bei der klimaangepassten Stadtentwicklung steht die Schaffung von Schattenplätzen, Abkühlung durch Begrünung und die Erhöhung der Wasseraufnahme des Bodens durch Entsieglung bzw. durch den Einsatz von versickerungsfähigem Pflaster im Vordergrund. All diese Maßnahmen wurden bei der Verwirklichung des Grünen Zimmers in der Griesheimer Innenstadt berücksichtigt, sodass dieses auch an Hitzetagen als sozialer Begegnungsort den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht. Durch die Verdunstungskühlung der Moos- und Vegetationswände wird eine Abkühlung um bis zu 4°C gegenüber der Umgebung erreicht. Unter dem Platanendach im Schatten lässt es sich somit im Sommer besonders gut verweilen. Probieren Sie es aus.

Für weitere Informationen zum „Grünen Zimmer“ besuchen Sie bitte die städtische Homepage https://www.griesheim.de/gewerbe-verkehr/innenstadt/landesfoerderprogramm/

Wenn Sie zudem live verfolgen wollen, was unsere Mooswände aktuell leisten, dann klicken Sie bitte hier klicken Sie hier und erfahren Sie mehr über die natürlichen Luftfilter:

Kleine Klimaanlage - Wie ist die Temperatur vor Ort? Wie geht es dem Moos?
Durchatmen - wie viele Schadstoffe wurden gefiltert?


Fachbereich V - Stadtentwicklung

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