Wälder
Auf dieser Seite finden Sie Angaben zu Wäldern in Griesheim.
Der Stadtwald, Versuchsfläche zur Bekämpfung der Maikäferplage, Tiny Forests im Stadtgebiet, oder die Esel im Wald - hier stellen wir Ihnen Informationen zur Verfügung.
Während Maikäfer ein wichtiger Teil des heimischen Ökosystems sind, werden ihre Larven zunehmend als Gefahr für die örtliche Fauna gesehen. Die Larven ernähren sich in den Wachstumsjahren von Pflanzenwurzeln. Angefressene Pflanzenwurzeln können weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen. Die Larvenpopulation kann so zum Absterben der betroffenen Bäume führen. Aufgrund von Veränderungen des Klimas sowie des Grundwasserspiegels finden die Maikäfer und ihre Larven in unserer Region ideale Lebensbedingungen vor.
Massenflugjahr 2026
Die Larven des Maikäfers, sogenannte Engerlinge, leben drei Jahre im Boden. Im vierten Jahr schlüpfen die Maikäfer zwischen Mittel April und Mitte Mai. Alle vier Jahre gibt es daher sogenannte ‚Flugjahre‘, in denen eine besondere Häufung an Maikäfern beobachtet werden kann. Diese Tiere legen dann wiederum Eier in den Boden und schaffen so die Voraussetzungen für das nächste Flugjahr, vier Jahre später.

Aktuelles - Verschiebung der Führung zum Thema Maikäfer
+++Aufgrund des vorhergesagten Unwetters muss die Führung leider verschoben werden. Die Veranstaltung wird stattdessen am Montag, 11. Mai, um 19:30 Uhr stattfinden.+++
Die Stadt Griesheim lädt am Dienstag, 5. Mai 2026, zu einer öffentlichen Führung im Stadtwald Griesheim ein. Die gemeinsame Veranstaltung der Stadt Griesheim und Hessen-Forst (Forstamt Darmstadt) beginnt um 19:30 Uhr.
Revierförster Michael Göbel wird dabei Einblicke in die Maikäferpopulation in Griesheim geben und häufig gestellte Fragen beantworten. An dem Abend soll auch gemeinsam beobachtet und erlebt werden, wie die Maikäfer fliegen. Die Insekten sind in der Dämmerung besonders aktiv.
Treffpunkt ist der Waldspielplatz in der Goethestraße (an der Gerhart-Hauptmann-Schule). Der Rundgang, für den keine Anmeldung erforderlich ist, wird ca. 2 Stunden dauern. Die Veranstalter bitten auf entsprechende Kleidung und festes Schuhwerk zu achten.
Bitte beachten Sie: Bei schlechtem Wetter kann es zu einer kurzfristigen Absage oder Verschiebung der Veranstaltung kommen. In diesem Fall wird am Vormittag vor der Veranstaltung im städtischen Veranstaltungskalender dazu informiert.
Die beiden Modellversuchsflächen mit Holzhackschnitzeln.
Miniwälder, auch bekannt als „Tiny Forests“, sind artenreiche urbane Wildnisinseln. Die Größe eines Tennisplatzes reicht schon aus, um nach der Miyawaki-Methode ein hoch diverses Mikro-Ökosystem in der Stadt zu pflanzen, das eine große Wirkung auf seine Umgebung hat. Die kleinen Wildnisflecken werden in einem partizipatorischem Prozess durch gesellschaftliches Engagement von Bürgerinnen/Bürgern, Schülerinnen/Schülern, Kindergärten, den örtlichen Vereinen und der Stadtverwaltung in gemeinsam organisierten Aktionen gepflanzt und für die ersten zwei bis drei Jahre gepflegt. So wächst mit einem wertvollen Biotop auch die Verbundenheit der Menschen zur Natur und zu ihrer Stadt.
Die Stadt Griesheim startete im November 2021 ein Pilotprojekt im Südwesten am Rand des neuen Baugebiet entlang des Westrings. Weitere Projekte im Stadtgebiet werden folgen.
Weitere Informationen...
…zu den Miniwäldern, Pflanzaktionen und Ansprechpersonen finden Sie auf der Online-Beteiligungsplattform „Griesheim-Gestalten.de“: https://griesheim-gestalten.de/page/miniwaelder
Erhalt und Entwicklung der Gehölzvegetation auf Modellflächen

Der Griesheimer Stadtwald steht durch Dürrejahre, Hitzeperioden und eine übermäßige Maikäferpopulation im Begriff, seine Waldfunktionen zu verlieren. Der Kiefernbestand im Stadtwald ist fast verschwunden. Der damit einhergehende verstärkte Lichteinfall auf den Kahlflächen fördert eine massive Vergrasung und verschattet den Baumaufwuchs. Ein Großteil des Niederschlags kann zudem nicht mehr bis zu den Baumwurzeln vordringen und die Bestandsbäume mit ausreichend Wasser versorgen. Hinzu kommt, dass die Maikäferweibchen ihre Engerlingslarven bevorzugt in Grasflächen ablegen, da die Wurzeln diesen als erste Nahrungsquelle dienen. In der nächsten Entwicklungsphase schädigen die Larven massiv die Baumwurzeln.
Waldbeweidung mit Eseln auf einer Fläche von 18 Hektar
Aufgrund der desolaten Situation wird seit 2022 bereits die naturschutzfachlich gelenkte, extensive Waldbeweidung zum Erhalt und der Entwicklung der Gehölzvegetation auf zwei Modellflächen von insgesamt 10 Hektar durchgeführt. Das 6,0 Hektar große Gebiet befindet sich östlich vom Haus Waldeck (Am Krohberg), das 4,5 Hektar große Areal östlich der Gerhart-Hauptmann-Schule (Kirschberg). Zusätzlich wurden 2023 drei Erweiterungsflächen unweit Richtung Nordring ausgewählt, sodaß die Beweidungsfläche nun insgesamt 18 Hektar aufweist.

Das Vorbild ist im Naturschutzgebiet Kalksandkiefernwald Seeheim. Hier ist es dem Landschaftspflegehof gelungen, bei ähnlichen Bodenverhältnissen eine Naturverjüngung zu erreichen. Das Ziel ist ein strukturreicher Wald mit wertvollen Sandlebensräumen, Artenschutzmaßnahmen und das Zurückdrängen invasiver Arten.
Ein strukturreicher Forst durch Waldbeweidung
Der Eintrieb von Weidetieren erfolgt, um die Gehölzvegetation zu erhalten und zu entwickeln. Gegenüber der historischen Nutzungsform hat sich die Bedeutung moderner Waldweide vollständig auf den Bereich des Artenschutzes und der Landschaftspflege verlagert. Die Beweidung funktioniert ohne den Baumaufwuchs zu schädigen, indem der Weidedruck über die Anzahl der Tiere und die Dauer der Beweidung gesteuert wird.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Zusätzlich wird die Maßnahme wissenschaftlich begleitet. Um bestmögliche Erkenntnisse über den Einfluss der Beweidung auf die Maikäferpopulation zu gewinnen, sollen Engerlingsgrabungen intensiviert werden. Außerdem sind zur Vergleichbarkeit einzelne Zaunquadrate als Referenzflächen abgesteckt, die von der Beweidung abgegrenzt sind. Begleitet wird das Projekt durch die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, die den Einfluss auf die Pflanzenzusammensetzung untersucht, während zusätzlich die TU Darmstadt als weitere wissenschaftliche Begleitung den Einfluss der Beweidung auf das Bodenleben untersucht.
Fachbereich V - Stadtentwicklung
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