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Bundesförderprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren"

Die Stadt Griesheim erhält Fördermittel aus dem Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. In diesem Zusammenhang werden
deutschlandweit innovative Konzepte und Handlungsstrategien gefördert, die zur Stärkung der Resilienz und Krisenbewältigung in Innenstädten beitragen.

Um rückläufigen Besucherfrequenzen und voranschreitenden Funktionsverlusten zu begegnen, die Aufenthalts- und Verweilqualität zu stärken sowie
den Transformationsprozess zu unterstützen, sollen in der Innenstadt von Griesheim verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden.

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v.l.n.r.: Katharina Fast und Kathrin Goldmann (© Stadt Griesheim)

Ein zentraler Bestandteil des öffentlichen Raums ist eine einladende Stadtmöblierung. Es wurden bereits verschiedene mobile Stadtmöbel angeschafft. Diese befinden sich zurzeit in der Innenstadt Griesheims. Beratend steht der Stadt Griesheim die Stadtmöbel-Jury, um geeignete und attraktive Standorte für die bereits bestehenden Elemente zu finden.

Es wurden drei Multi-Use Anhänger für die Aufwertung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt erworben, die von Griesheimer Vereinen und Gewerbetreibenden für verschiedene Aktionen genutzt werden können. Bei den Anhängern handelt es sich um einen Bühnenanhänger, einem ausgebauten Verkaufswagen und einem Allround Anhänger.

Zurzeit erarbeitet das Team des Hauptamtes die Verleihrichtlinien für die Anhänger.

Aktionstag "Griesheim macht Mit(te)" am 3. Juni 2023 in der Innenstadt

Die Stadt Griesheim hat Samstag (3. Juni) im Rahmen des Bundesförderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ für alle Bürger*innen von 10 bis 16 Uhr den Aktionstag „Griesheim macht Mit(te)“ in der Innenstadt durchgeführt. Ziel des Aktionstages war es, den Griesheimer*innen bereits umgesetzte Maßnahmen aus dem Förderprogramm zu präsentieren, wie etwa die mobilen Anhänger für Events, sie über künftige Planungen zur Aufwertung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu informieren und sie auch aktiv bei Umsetzungsvorhaben mitreden zu lassen. So wurden beispielsweise auf der Georg-Schüler-Anlage verschiedene mobile Stadtmöbel aufgestellt, die die Bürger*innen testen konnten. Diese verbleiben bis Anfang September noch an diesem Platz, bevor sie verstellt werden. In der Wagenhalle hingegen fanden Impulsvorträge zum Thema Innenstadtgestaltung statt. Und auch für Kinder gab es verschiedene kreative Formate. Weitere Mitmach-Aktionen für Jung und Alt befanden sich zusätzlich auf der gesamten Veranstaltungsfläche wieder.

Bürgerbeteiligung - Griesheimer Stadtmöbel-Jury

Mitglieder erarbeiten erste Bewertungskriterien für mobile Stadtmöbel

Die Griesheimer Stadtmöbel-Jury hat ihre Arbeit aufgenommen und sich am Dienstag (11. Juli) zu ihrem ersten Treffen im Rathaus getroffen. Ziel des Auftakt-Treffens war es, zunächst Kriterien für die Bewertung der neuen mobilen Stadtmöbel sowie für mögliche Standorte in der Innenstadt zu erarbeiten. Nach der thematischen Einführung zum Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ und den daraus entstandenen Möglichkeiten, die Griesheimer Innenstadt zu beleben und ihre Plätze attraktiver zu gestalten, führte Marlene Mösle von der begleitenden Bürgerbeteiligungsagentur wer│denkt│was die 15 Jury-Mitglieder in die Gruppenarbeit ein:
„Alle Arbeitsgruppen waren sich einig, dass vor allem Themen wie Begrünung, Verschattung und Barrierefreiheit wichtige Bewertungskriterien für die neuen mobilen Stadtmöbel und deren Positionierung in der City darstellen. Es wird nun ein Kriterienkatalog erarbeitet, der bis zum nächsten Jury-Treffen bereits zum Einsatz kommen wird“, sagt die städtische Projektbeauftragte, Katharina Fast.   
Die erste gemeinsame Besichtigung der mobilen Stadtmöbel durch die Jury-Mitglieder und deren Bewertung anhand der erarbeiteten Kriterien ist bereits für den 9. August vorgesehen. Im Herbst/Winter 2023 sind dann alle Bürger*innen eingeladen, bei einer Online-Beteiligung auf der städtischen Beteiligungsplattform www.griesheim-gestalten.de weitere Standorte für die Stadtmöbel vorzuschlagen.
Die Stadt Griesheim erhält seit dem 3. Quartal 2022 bis zum Ende des Förderzeitraums im Jahr 2025 Gelder aus dem Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Hierbei sind verschiedene Formate der Bürgerbeteiligung vorgesehen, die Stadtmöbel-Jury ist ein Baustein. Bürger*innen waren nach der Veranstaltung „Griesheim macht Mit(te)“ Anfang Juni 2023 aufgerufen, sich für die Jury zu bewerben. 15 Plätze sind nach Ablauf der Bewerbungsphase vergeben worden. Um ein möglichst vielseitiges Bild der Altersstruktur der Stadtgesellschaft abzubilden, wurde auf das Geburtsjahr, sowie eine ausgeglichene Besetzung der Geschlechter geachtet.

Weitere Informationen zur Stadtmöbel-Jury und anderen Beteiligungsformaten erhalten Sie hier...

Zukunft Innenstadt – Interview zum Thema „Wie geht es unserer Griesheimer Innenstadt?“

29.06.2023

Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl und der Innenstadtexperte Norbert Hoffmann haben sich beim Aktionstag „Griesheim macht Mit(te)“ am 3. Juni über die Zukunft der Innenstädte und die Möglichkeiten sowie Chancen in Griesheim ausgetauscht. Aus dem Gespräch ist dieses Interview entstanden:

Es gibt in vielen Innenstädten leerstehende Geschäfte.  Besucher*innen klagen zudem über die Austauschbarkeit und mangelnde Attraktivität. Sind unsere Innenstädte grundsätzlich noch zu retten?

Norbert Hoffmann: Unsere Innenstädte sind nicht nur zu retten, sondern werden nach dem Wandel besser dastehen als vorher. Innenstädte sind in Zukunft wichtiger denn je – aber anders als sie es bisher waren. Und es gibt auch schon genügend gute Beispiele, dass das funktioniert. Aktuell sind es in aller Regel weniger Fakten, die uns an einer zukunftsorientierten Entwicklung hindern, sondern psychologische Widerstände von uns Menschen. Die Macht der Gewohnheit eben. Grundsätzlich erkennen wir in den letzten Jahren einen Wandel – dieser wir auch oft als Transformation der Innenstadt beschrieben. Es sind Veränderungen, die sich aus der Gesellschaft und den Rahmenbedingungen ergeben. Veränderungen sind dabei etwas ganz Normales und auch grundsätzlich nichts Bedrohliches für den Bestand unserer Innenstädte, sondern sogar etwas sehr Positives. Früher kam man überwiegend in die Innenstadt, um vielfältige Besorgungen des täglichen Bedarfs zu erledigen. Heute können die Menschen ihre Einkäufe bequem online tätigen und sich sogar Lebensmittel nach Hause liefern lassen. Sehr viele Menschen tun dies inzwischen ganz bewusst, um im teilweise hektischen Arbeitsalltag ihre Zeiten gut nutzen zu können. Daher geht es nicht darum, einen Schuldigen für Veränderung zu suchen, sondern die Chancen und Möglichkeiten für unsere Innenstädte zu entdecken. Die Innenstädte waren schon immer lebendige Orte, an denen sich Menschen begegnet sind. Dies wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle unserer Zentren sein, denn das soziale Miteinander braucht diese Plätze für die Lebensqualität mehr denn je.

Daher ein ganz klares „Ja“. Unsere Innenstädte sind auf jeden Fall zu retten. Sie haben eine Zukunft, aber sie müssen und werden sich verändern. Der Einzelhandel wird aber nicht mehr die alleinige Bedeutung haben, die er in den letzten Jahrzehnten hatte.

Welche Rolle kommt hierbei der Griesheimer Stadtverwaltung und der Politik zu?

Geza Krebs-Wetzl: Die Innenstadt gehört der Stadt und ihren Bürger*innen. Daher sehen wir hier ganz klar die Verantwortung, die Transformation zu begleiten und auch notwendige Impulse zu setzen.

Simpel ist dies natürlich nicht. Die Rahmenbedingungen sind durchaus nicht ganz einfach. Die Innenstadt hier bei uns in Griesheim hat sich im Wesentlichen an der stark frequentierten Wilhelm-Leuschner-Straße entlang entwickelt. Die Schaffung von Aufenthaltsqualität im Öffentlichen Raum bildet dabei eine zentrale Rolle. Diese findet insbesondere auf öffentlichen Plätzen statt. Hierzu verfolgt die Stadt Griesheim das Ziel, zusammen mit ihren Bürger*innen, diese Flächen und Räume als attraktive Aufenthaltsorte zu entwickeln. Dabei spielt natürlich auch der Klimawandel eine ganz entscheidende Rolle. Wir brauchen erheblich mehr Grün, Wasser und Schattenbereiche, um öffentliche Orte zum Wohlfühlen, Spielen, Treffen und Genießen vorweisen zu können. Hierzu wird es auch erforderlich werden, den Parkraum für Autos in der Innenstadt optimiert zu nutzen. Neben dem Mehr an Aufenthaltsqualität bewirken Freiräume in Städten ein erheblich besseres Stadtklima. Jede Parkfläche, die nicht als Abstellplatz benutzt wird, sondern signifikant begrünt, mit einem Baum bepflanzt wird und Wasser integriert, kühlt die Umgebung um mehrere Grad ab. Auch die Radmobilität spielt eine Rolle beim Wandel der Verkehrs- und Parkraumflächen – nicht nur in unserer Innenstadt. Ein pflegliches Miteinander ist hierbei unerlässlich.

Hierfür haben wir im Rahmen des Innenstadtbauprojekts mit dem EDEKA-Markt gleich vorgesehen, dass genügend Parkplätze unter der Erde liegen, um den öffentlichen Raum den Menschen zurückzugeben. Es befinden sich nunmehr 60 komfortable Parkplätze in der modern gestalteten Tiefgarage. Gleichzeitig sollten auch alle Fahrzeugbesitzer*innen auf ihrem eigenen Grundstück parken und nicht aus Bequemlichkeit die Parkflächen belegen, die für die Besucher*innen vorgesehen sind bzw. im Rahmen der Freiflächenoptimierung ganz entfallen.

Zudem hat sich die Stadt Griesheim erfolgreich um zwei Förderprogramme beworben. Neben dem Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“, bei dem unsere Stadt als eine von 228 Städten und Gemeinden in Deutschland ausgewählt wurde, bietet das Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ des Landes Hessen eine tolle Unterstützung. Über dieses Programm kann durch ein sogenanntes „Grünes Zimmer“ auf dem Georg-Schüler-Platz eine schöne Begrünung und Verschattung mit Pflanzen geschaffen werden. Mehrere Mooswände sollen Kühlung und Luftverbesserung schaffen. Ergänzend soll ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen installiert werden.
Im Herbst, nach dem Zwiebelmarkt, soll mit dem Aufbau gestartet werden und eine neue öffentliche Toilettenanlage hinzukommen. Diese wird auch barrierefrei ausgestaltet sein.

2019 haben Sie, Herr Hoffmann, Vorschläge zur Umgestaltung der Griesheimer Innenstadt angeregt. Was ist seitdem passiert?

Norbert Hoffmann: Die Stadtverordnetenversammlung hat auf Basis dieser Vorschläge gemeinsam einstimmig einen Antrag beschlossen, dass ein umfangreicher städtebaulicher Wettbewerb auch langfristig eine gute Entwicklungsperspektive anstoßen wird. Die Politik in Griesheim hat erkannt, dass diese Transformation aktiv und voller Überzeugung unterstützt werden und eine funktionierende, zukunftsfähige Innenstadt starke Unterstützung erfahren muss. Insofern ist auch hier der zielführende Grundstein gelegt. Es wurde eine Vielzahl an Maßnahmen hierzu bereits gestartet. Die erfolgreiche Bewerbung und Teilnahme an den Förderprogrammen weist den richtigen Weg und setzt den Fokus auf eine schnelle Umsetzung. Mit der Etablierung des neuen EDEKA-Marktes in der Innenstadt wurde ein extrem wichtiger Baustein geschaffen, der für die Attraktivität der Innenstadt einen tollen Mehrwert bietet und zukünftig in die Entwicklung des direkten Umfelds integriert wird.

Bei dem Transformationsprozess, also auf dem Weg unserer Innenstadt in die Zukunft, ist es von ganz besonderer Bedeutung, die Nutzer*innen unserer Innenstadt mitzunehmen und deren Wünsche, Anregungen und Bedürfnisse zu erfassen sowie sie in die Planungen einzubeziehen. Dass dies auf positive Resonanz stößt, zeigt die sehr gute Beteiligung am Innenstadtaktionstag „Griesheim macht Mit(te)“.

Ein weiterer Punkt, den uns die Förderprogramme bieten, ist, dass einzelne Veränderungen vorab getestet werden können. Dies erleben wir aktuell auf dem Georg-Schüler Platz. Die neuen mobilen Stadtmöbel machen aus dem ehemalig ausschließlich als Stellplatz für Autos dienenden Platz einen Ort für vielseitige Aufenthaltsqualität. Ich beobachte erfreut, dass die Griesheimer Bürger*innen die neuen Flächen zunehmend nutzen und auch gerne dort verweilen. In Zukunft könnte dort sicher auch ein schöner Platz für Außengastronomie entstehen. Entsprechende Ideen sind derzeit schon in Planung. Wie schön wäre es, dort auch kulturelle Angebote der Stadtbücherei, Lesungen, Konzerte im Freien anzubieten und bei einem Glas Wein und hochwertigen Bistroangeboten die Abende verbringen zu können. Ich kann Ihnen nur empfehlen, seinen Sie offen für neue Ideen und lassen Sie sich inspirieren, was moderne Innenstädte alles bieten können.

Es gibt bestimmt auch kritische Stimmen, da aktuell rund 15 Parkplätze auf dem Georg-Schüler-Platz nicht zur Verfügung stehen. Was sagen Sie diesen Menschen?


Geza Krebs-Wetzl: Natürlich gibt es auch diese Stimmen. Jeder hat seine eigene individuelle Perspektive. Als Stadtverwaltung haben wir jedoch die Aufgabe, auf Basis einer fairen Teilhabe aller Nutzgruppen, die Innenstadt fit für die Zukunft zu machen. Ich erlebe viele sehr positive Rückmeldungen zu unseren Bestrebungen und Maßnahmen für die Innenstadt. Mit großer Freude sehe ich in den vergangenen Wochen, wie die Menschen zunächst neugierig sind, dann die neuen Räume aber auch überzeugt nutzen. Auch die Schüler*innen der Friedrich-Ebert-Schule freuen sich täglich über die neuen Flächen, die den Schulweg zudem ein wenig sicherer machen. Allerdings erkennen wir auch, dass wir unbedingt noch Schattenbereiche durch Bäume und Pflanzen sowie Wasserzonen benötigen, um noch mehr Aufenthaltsqualität zu erhalten und einen spürbaren Effekt für die Reduzierung der Temperatur zu erzielen.

Ich verweise gerne auf die hervorragenden Stellplätze der Tiefgarage unter dem EDEKA-Markt. Dort wurde eine Vielzahl an zusätzlichen Parkplätzen für die Innenstadt geschaffen. Diese sind hell, freundlich, groß und sogar kostenfrei, wenn man dies mit einem kleinen Einkauf im darüberliegenden Markt verbindet. Die Tiefgarage befindet sich nur 100 Meter vom Georg-Schüler-Platz. Ich erlebe oft, dass die Menschen dann erkennen, dass dies ein durchaus zielführendes Konzept darstellt und man das so noch nicht gesehen habe. Zudem bieten die gute ÖPNV-Anbindung und das Fahrrad beste Möglichkeiten, in Griesheim die Innenstadt zu erreichen.

Wie geht es weiter mit Handel und Gastronomie in der Innenstadt?

Norbert Hoffmann: Handel und Gastronomie werden auch weiterhin eine ganz wichtige Rolle in der Innenstadt spielen, aber eben nicht mehr die Einzige. Die Multifunktionalität der Stadt ist der Schlüssel zu funktionierenden Innenstädten. Prinzipiell in die Richtung, wie Innenstädte ganz früher sowieso schon waren: soziale Treffpunkte mit Angeboten aus allen Bereichen. Vielfalt und Leben anstatt sterile Ausrichtung auf wenige Zwecke. Gastronomie schafft heute Kundenfrequenz für den Einzelhandel. Früher war dies eher umgekehrt. Hierzu hat die Stadt Griesheim aktuell Gutachten bei Fachbüros beauftragt und wird darauf basierend die notwendigen Schritte gehen, die Gewerbebetriebe aktiv bei der Transformation in die Zukunft zu unterstützen. Im Herbst werden die Empfehlungen aus den Gutachten vorgelegt und öffentlich vorgestellt werden.

Es ist mir auch ein Anliegen, an die Immobilieneigentümer*innen in der Innenstadt zu appellieren, dass sie sich mit ihren Gewerbeflächen aktiv in die neue Gestaltung der Griesheimer Innenstadt einbringen. Eine Innenstadt funktioniert gut, wenn die Verantwortung der Eigentümer*innen für die Vermietung und den zukunftsausgerichteten Betrieb von vielseitigen Angeboten in Handel und Gastronomie spür- und sichtbar wird. Daher sollten sogenannte Monokulturen stets vermieden werden und bei der Auswahl von Mieter*innen der Ladenflächen auch Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen werden. Keine Innenstadt funktioniert mit zehn Friseurläden, Imbissbuden, Tattoostudios oder Sport-Bars. Ganz neue Nutzungsformen sind möglich und gefragt. Was zudem viele nicht wissen ist, dass die Stadt hier grundsätzlich nur begrenzte Einflussmöglichkeiten hat, aber durchaus Interessenten zur Ansiedlung aus neuen Bereichen hat, die an die Eigentümer*innen vermittelt werden können.

Hat unsere Griesheimer Innenstadt also eine Chance und sind wir auf einem guten Weg?

Geza Krebs-Wetzl: Ich sage „Ja“. Wir haben sehr gute Chancen, unsere Innenstadt lebens- und liebenswert zu gestalten, müssen aber Veränderungen zulassen und diese nicht unreflektiert boykottieren. Wir haben uns als Stadt Griesheim der Thematik angenommen, viele Maßnahmen gestartet und werden uns aktiv einbringen. Das kostet Geld und erfordert auch mal einen längeren Atem. Hierfür haben wir unsere Personalressourcen aufgestockt und attraktive Förderprogramme an Land gezogen. Ich lade jeden ganz herzlich dazu ein, mitzureden und mitzugestalten – für unsere Griesheimer Innenstadt.

Norbert Hoffmann: Oft sehen wir Veränderungen als Gefahr und halten zu lange an vorhandenen Strukturen fest. Griesheim handelt entsprechend den Empfehlungen aller Innenstadtexpert*innen. Hier werden durchaus schon zukunftsweisende Programme umgesetzt. Nachhaltigkeit, Mobilitätswende und Klimaanpassung werden noch weitere Schritte notwendig mache – und zwar mit aller Konsequenz. Das einzig Beständige ist der Wandel. Griesheims Innenstadt hat genügend Potential – sie funktioniert seit Jahrzehnten, sogar seit Jahrhunderten. Dies wird auch weiterhin so sein. Auch ich kann nur motivieren: Tragen Sie alle dazu bei, besuchen Sie die Innenstadt und deren Angebote – Gemäß dem Motto „Griesheim. Mitten drin. Näher dran.“.

ZUR PERSON
Norbert Hoffmann von dem Beratungsunternehmen Municipal aus Frankfurt hat sich auf Fragen der Innenstadtentwicklung spezialisiert und berät die Stadt Griesheim seit mehreren Jahren. Aus seiner Feder stammt auch das Griesheimer Konzept zur Entwicklung der Plätze in der Innenstadt aus 2019.

HINTERGRUND
Um die Attraktivität der Griesheimer Innenstadt zu steigern, soll zunächst der Georg-Schüler-Platz in den Sommermonaten von Ende Mai bis Ende August als Aufenthaltsfläche genutzt werden. Im Zusammenhang mit dem Ansinnen des beschlossenen Antrags „Lebens- und Aufenthaltsqualität für Griesheim - Weiteres Vorgehen zur Umsetzung des Grundlagenkonzeptes - Griesheimer Plätze in der Innenstadt, Interfraktioneller Antrag der Fraktionen SPD, CDU, B90/Grüne, WGG, FDP“ sollen verschiedene Angebote zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität ausprobiert werden. Hierzu bieten das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ und das Landesförderprogramm „Zukunft Innenstadt“ gute Möglichkeiten. Gestartet wurde Ende Mai mit der Aufstellung der mobilen Stadtmöblierung und dem Aktionstag „Griesheim macht Mit(te)“ am 3. Juni 2023. Hierbei sollen Erfahrungen für eine zukünftige Nutzung von öffentlichen Plätzen in der Innenstadt gesammelt werden.

Der Platz vor dem Georg-August-Zinn-Haus trägt den Namen Georg-Schüler-Platz. In der aktuellen Nutzung ist er im nördlichen Bereich ein Parkplatz für Kraftfahrzeuge als auch ein Standplatz für Altglascontainer. Aus der Betrachtung des Konzeptes des Beratungsunternehmens Municipal „Plätze in der Innenstadt“ aus 2019, handelt es sich um einen mindergenutzten zentralen Platz, der enormes Potential für die Aufenthaltsqualität der Griesheimer Bürger*innen bietet.

Im südlichen Bereich soll mit dem Bau des „Grünen Zimmers“ aus dem Landesförderprogramm eine Aufwertung durch bepflanzte Gabionenwände mit Sicht- und Schallschutz erfolgen. Ergänzt wird dies in diesem Sommer durch Mooswände, die ebenfalls zur Verbesserung der Luftqualität dienen.  Ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen und ein Sandkasten für Kinder werden ebenfalls im Herbst installiert. Mit den mobilen Stadtmöbeln sollen verschiedene Sitzgelegenheiten angeboten werden, die zum Verweilen einladen. Hierzu wurden unter anderem Stadtmöbel der Firmen Citydecks und Vestre angeschafft. Ergänzt wird das Angebot durch Fahrradständer und eine Fahrradreparaturstation. Zudem ist geplant, verschiedene Veranstaltungen und Angebote auf der Fläche des Georg-Schüler-Platzes anzubieten. Mit dieser Maßnahme soll auch eine Verbesserung der Schulwegsituation für die Schüler*innen der Friedrich-Ebert-Schule getestet werden.

Für die Zeit (Ende Mai bis Anfang September) wird der Platz in diesem Jahr als Kraftfahrzeug-Parkplatz gesperrt bleiben. Der zeitweise Wegfall dieser Parkplätze kann durch das umfangreiche Parkplatzangebot in der Tiefgarage des nahen EDEKA-Markts kompensiert werden. Zudem wird der Parkplatz in den Sommermonaten erfahrungsgemäß weniger frequentiert, da die Griesheimer Bürger*innen in dieser Zeit häufiger das Fahrrad nutzen oder zu Fuß Besorgungen tätigen.
serer Griesheimer Innenstadt?“

Bürgerbeteiligung – Stadt fragt Bürger*innen nach ihren Visionen für die Griesheimer Innenstadt

Wir richten den Blick auf unsere Innenstadt und möchte von den Bürger*innen wissen, wie diese in ihren Augen zukunftsfähig gestaltet werden kann. Hierzu wurde Anfang Juni im Rahmen einer „Ideenwerkstatt“ in der Wagenhalle der große Auftakt zur Bürgerbeteiligung gemacht, als sich rund 350 Bürger*innen vor Ort informierten und in ihre Ideen und Anregungen eingebracht haben.

Wer an diesem Tag verhindert war oder nachträglich seine Gedanken mit der Stadt teilen möchte, kann nun noch bis 10. Juli per Online-Beteiligung mitreden. Auf der städtischen Online-Beteiligungsplattform www.griesheim-gestalten.de sind die Griesheimer Bürger*innen gefragt, zu verschiedenen Themenfeldern Anregungen abzugeben. Wie die Innenstadt ein Wohlfühlort wird, wo die Bürger*innen Möglichkeiten zum Verweilen oder Verbesserungspotenzial sehen, ist dabei von besonderem Interesse. Zu diesem Zweck können Beiträge mit Ortsbezug innerhalb der Innenstadt versehen werden oder eher grundsätzlicher Art ohne Ortsbezug sein.

Darüber hinaus schafft die Online-Ideenkarte Transparenz darüber, wie sich die Bürger*innen bei der Ideenwerkstatt vor Ort geäußert haben, denn solche Beiträge sind online mit dem entsprechenden Hinweis versehen.

„Das Stimmungsbild der Bürgerinnen und Bürger zu den bereits eingebrachten Ideen interessiert uns besonders“, sagt Projektleiterin Katharina Fast und ergänzt: „Hierzu kann man die ‚Daumen runter‘ und ‚Daumen hoch‘-Funktion nutzen oder Kommentare und Ergänzungen hinterlassen. So erfahren wir mehr darüber, wie die Öffentlichkeit zu den einzelnen Beiträgen steht und ob diese von allgemeinem Interesse sind oder kritisch diskutiert werden.“

Die Stadt Griesheim erhält für das Projekt „Griesheim. Innen Drin.“ Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“, im Rahmen dessen u.a. ein umfangreiches Bürgerbeteiligungsverfahren mit vielseitigen Beteiligungsformaten bis 2025 gefördert wird. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse und Themenschwerpunkte dienen mit langfristiger Perspektive der Erarbeitung eines Grundlagenkonzepts für die Weiterentwicklung der Griesheimer Innenstadt, welches bei zukünftigen Stadtentwicklungsthemen berücksichtigt werden soll.

„Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“

Artikel vom 19.04.2023

Zuwendungsbescheid des Bundesförderprogramms für Griesheim liegt vor

Die Stadt Griesheim zählt zu den 238 Kommunen aus ganz Deutschland, die vom Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) profitiert. Im November erhielt die Stadt Griesheim bereits die Förderzusage für das eingereichte Projekt „Griesheim. Innen drin“. Seit Jahresbeginn ist die Stadtverwaltung damit beschäftigt gewesen, das umfangreiche Antragsverfahren für den Zuwendungsbescheid zu bearbeiten.  Der endgültige Förderbescheid ist im Juli zugestellt worden, sodass nun die Auftragsvergabeverfahren gestartet werden können.

„Wir freuen uns, dass wir mit einer Vielzahl von geförderten Maßnahmen und Projekten die Attraktivität unserer Griesheimer Innenstadt weiter steigern sowie die Aufenthalts- und Verweilqualität für Menschen im öffentlichen Raum aufwerten können. Dabei ist es uns für die künftige Entwicklung des Stadtzentrums wichtig, neben den politischen Entscheidungsgremien auch die Bürger*innen und Innenstadtakteur*innen durch vorgesehene Beteiligungsformate aktiv bei diesem Prozess einzubinden“, betont Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl.


Das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ sieht für Griesheim und das Projekt „Griesheim. Innen drin“ ein Maßnahmenpaket vor, das bis zu 75 Prozent finanziell unterstützt wird und ein Ausgabevolumen von rund 425.000 Euro umfasst:

„Wir planen unter anderem die Weiterentwicklung des Einzelhandelskonzeptes aus 2018, die erstmalige Erstellung eines Gastronomiekonzeptes und eine Machbarkeitsstudie zur Fragestellung, ob ein Drogeriemarkt eine Ansiedlungsmöglichkeit in der Innenstadt haben kann. Weitere Maßnahmen sehen die Ausstattung der City mit mobilen Stadtmöbeln vor und es gibt Überlegungen zu Fahrzeuganhängern, mit denen neue sowie flexible Angebote möglich werden können. Veranstaltungen, Workshops und Beteiligungsformate runden das Vorhabenpaket aus diesem Förderprogramm ab“, erläutert Krebs-Wetzl und führt weiter aus:  „Zusammen mit dem Landesförderprogramm ‚Zukunft Innenstadt‘ können wir so in den nächsten Monaten die ersten Schritte zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität unseres Stadtzentrums bestreiten, die dem von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Prozess zur Umgestaltung der Innenstadt-Plätze eine sehr gute Grundlage bieten.“

Mit dem vorliegenden Zuwendungsbescheid gehört Griesheim nun bundesweit zu den ersten Kommunen, die mit dem Förderprogramm für ihre Innenstadt starten können. Für die inhaltliche Begleitung des Programms (2022 bis 2025) hat sich die Stadt Griesheim personell mit der neuen Mitarbeiterin Katharina Fast verstärkt, die gemeinsam mit Kathrin Goldmann als Ansprechpartnerinnen für Belange der Innenstadt kontaktiert werden können. Bis erste Maßnahmen in der Innenstadt sichtbar werden, ist noch eine umfangreiche Vorarbeit erforderlich. Gleichwohl gilt es das Maßnahmenprogramm für 2022 noch in den verbleibenden Monaten umzusetzen. Ende September ist eine öffentliche Informationsveranstaltung für Innenstadtthemen vorgesehen, bei der alle geplanten Maßnahmen im Detail vorgestellt werden sollen.


HINTERGRUND UND WEITERE INFORMATIONEN

Ziel des Bundesförderprogrammes „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ ist es, durch konzeptionelle Maßnahmen die Weichen für eine nachhaltige sowie langfristige Innenstadtentwicklung zu stellen. Um zeitnah mit kreativen Ideen und neuen Akteur*innen auch Leerstände zu beheben, werden anteilig vom Bund auch baulich-investive Maßnahmen unterstützt. Die zentralen Stadtbereiche sollen dabei als lebendige und attraktive Orte für Handel, Gewerbe, Bildung, Kultur, Wohnen und Freizeit weiterentwickelt werden.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) setzt das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ im Auftrag des BMWSB um. Weitere Informationen dazu gibt es hier.


Weitere Informationen zum Bundesförderprogramm und den bisherigen sowie geplanten Beteiligungsformaten erhalten Sie hier>>>


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